Es besteht kein Zweifel daran, dass der Automobilhandel eine der transformativsten Phasen in seiner Geschichte erlebt. Im jüngsten Fusion-Webinar kamen Branchenführer aus Großbritannien, Kanada und dem Nahen Osten zusammen, um über Fragmentierung, Daten, KI-Bereitschaft und die Frage zu diskutieren, wie der Automobilhandel seine Effizienz steigern kann, ohne die Teams an der Front zu überfordern.
Das Webinar wurde von Jacqui Barker, Global OEM Strategy Director bei Keyloop und Moderatorin des Drivetime-Podcasts, moderiert. Das Panel umfasste:
- Tim Smith – Leiter der Strategieabteilung, Keyloop
- Niel Hiscox – Vorstandsvorsitzender, Clarify Group Inc.
- Andy Barratt – Gründer, Anduma Advisory
- David Robertson – Marketing Direktor, Leasys UK
Auf allen Märkten wurde eine Botschaft deutlich: Vereinheitlichung – nicht mehr Technologie – ist der Weg nach vorne.
Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus der Sitzung.
1. Die Fragmentierung ist heute der größte Kostenfaktor der Branche
Zu Beginn des Webinars hob Tim hervor, wie sehr sich die Fragmentierung in das Ökosystem der Automobilindustrie eingeschlichen hat: “Unsere Systeme sprechen nicht alle miteinander… Daten fließen nicht auf die richtige Weise und zur richtigen Zeit.”
Mit mehr als 80 Herstellern in über 90 Märkten nimmt die Komplexität bei Keyloop täglich zu, nicht ab. Die jahrelange Verwendung von verschiedenen Tools, Einzellösungen und widersprüchlichen Prozessen hat zu “Wärmeverlusten” geführt – Energie-, Zeit- und Geldverschwendung im Automobilhandel.
Tim betonte, wie diese Fehlanpassung das Kundenerlebnis, die Rentabilität und sogar das Vertrauen untergräbt:
“Wir verlieren Zeit, wir verschwenden Geld… und wir verbrauchen Loyalität, weil die Fahrten so unzusammenhängend sind.”
2. Vereinheitlichung ist der Weg nach vorn
Tim erklärte, dass sich das Hinzufügen weiterer Systeme zwar wie ein Fortschritt anfühlt, in Wirklichkeit aber das Problem noch vergrößert:
“Wir sollten mehr Technik einsetzen? Das führt nur zu mehr Systemen, mehr Verträgen, mehr Risiko – und mehr Komplexität.”
Stattdessen orientierte sich das Gremium an der Idee der Vereinheitlichung – gemeinsame Datensätze, gemeinsame Architekturen und Plattformen, die Prozesse miteinander verbinden, anstatt sie zu fragmentieren.
Tim war klar:
“Die Vereinheitlichung ist der einzige Ansatz, der wirklich skaliert.”
Mit vereinheitlichten Daten und gemeinsamer Governance können KI und Automatisierung endlich ihr Versprechen einlösen.
3. Marktperspektiven: Naher Osten, Kanada und Großbritannien
Das Panel brachte starke Perspektiven aus drei sehr unterschiedlichen Märkten ein: Der Nahe Osten, Kanada und Großbritannien.
Naher Osten: Blitzschnelles Wachstum, aber Fähigkeitslücken
Andy hob das außergewöhnliche Tempo der Veränderungen im Nahen Osten hervor: “Die Geschwindigkeit des Wandels ist enorm… 55 neue Marken kommen nach Covid hinzu.”
Er merkte an, dass die Region die höchste digitale Akzeptanz der Welt hat, aber die internen Teams haben Mühe, damit Schritt zu halten. “Die Herausforderung besteht darin, die Menschen dazu zu bringen, mit der Geschwindigkeit der Technologie Schritt zu halten”, sagte er.
Kanada: Beziehungsorientiert, aber mit Unsicherheit
Niel sprach die geopolitische Unsicherheit in der Region und die Unsicherheit auf den Verbrauchermärkten an: “Wir stehen vor einer Neuverhandlung des USMCA, die erfolgreich sein könnte oder auch nicht… die Händler konzentrieren sich darauf, was sie können Marktunsicherheit”:
Trotz der beziehungsorientierten Kultur in Kanada besteht die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln: “Die Händler wollen, dass die Technologie ihnen hilft, bessere Rollen und Datengrundlagen zu entwickeln.”
UK & Europa: Langsame aber stetige operative Entwicklung
Auch wenn der Markt sich nicht explosionsartig verändert hat, stehen Großbritannien und Europa vor ihren eigenen operativen Herausforderungen, insbesondere bei der Vereinheitlichung der OEM-Systeme und der Schaffung von Konsistenz in großen Händlergruppen.
4. Daten werden zum neuen Wettbewerbsvorteil
Auf allen Märkten ist die Grundlage für die Transformation klar: saubere, konsistente, strukturierte Daten.
Davids Blick aus der Leasingperspektive war scharf: “Wir brauchen einen einzigen Blickwinkel, um die besten Entscheidungen über Flotte, Kunden und Marktdaten zu treffen.”
Da immer mehr neue Marken auf den Markt kommen, wird die Restwertprognose immer komplexer – und kritischer. Andy bekräftigte dies und sagte: “Datenqualität ist ein riesiges Problem… Daten sind die neuen Pferdestärken.”
5. KI braucht eine zuverlässige Datengrundlage, bevor sie skalieren kann
Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass KI die menschliche Entscheidungsfindung verbessern – nicht ersetzen – wird, aber nur, wenn die Grundlagen stimmen.
David betonte die verantwortungsvolle Adoption: “Wir müssen vorsichtig vorgehen. Es ist ein Kopilot, kein Ersatz – besonders für schwache Kunden.”
Niel fügte hinzu, dass die Händler keine Angst vor KI haben, sondern nur unsicher sind, wie sie sie einsetzen sollen: “Ich kann den Gewinn sehen, aber wie komme ich dahin? Wie sieht die Kombination aus Tools, Schulung und Governance aus?”
Tim schloss diesen Abschnitt, indem er die Zuhörer daran erinnerte, dass die KI eine ähnliche Entwicklung durchläuft wie das frühe digitale Marketing: “Wir befinden uns in einem weiteren Zyklus… wir müssen beweisen, dass es funktioniert, aber vermeiden, noch mehr Vertikalen auf kaputten Prozessen aufzubauen.”
6. Der Mensch steht immer noch im Mittelpunkt des Automobilhandels
Trotz der rasanten Digitalisierung waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: menschliche Beziehungen bleiben entscheidend.
Niel hat es perfekt zusammengefasst:
“KI sollte sich nicht zwischen mich und meinen Kunden stellen. Sie sollte mir helfen, sie besser zu verstehen.”
Und Tim bekräftigte die bleibende Bedeutung von Fachwissen an vorderster Front: “Es sind immer die Menschen, die im Spiel sind. Training, Ausbildung und Transformation sind entscheidend.”
7. Die Industrie ist bereit – aber Zusammenarbeit ist unerlässlich
Das Webinar endete mit einem Aufruf zur gemeinsamen Verantwortung für das gesamte Ökosystem: OEMs, Händler, Flottenanbieter und Technologiepartner. Alle müssen sich auf gemeinsame Standards, Plattformen und eine einheitliche Führung einigen, um die Effizienz zu steigern und Reibungsverluste zu verringern.
Tim schloss mit einer kraftvollen Aussage:
“Wenn wir uns vereinigen, verbessern wir nicht nur das System – wir definieren es neu.”
Abschließende Gedanken
Dieses Webinar machte eines deutlich: Die Zukunft des Automobilhandels gehört Unternehmen, die vereinfachen, verbinden und vereinheitlichen.
Die Gewinner werden nicht diejenigen sein, die über die meisten Tools verfügen, sondern diejenigen, die über die am besten vernetzten Customer Journeys, die saubersten Daten und die am stärksten auf den Menschen ausgerichteten Prozesse verfügen.
Sehen Sie sich hier das vollständige Webinar auf Abruf an.